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  www.Rettungssport.com -   EM 2005 - Specials - Alles im Rückblick

Alles im Rückblick - Seite 1

Europameisterschaften im Rettungsschwimmen - ein Rückblick

 

Das Überraschungsteam der EM waren die Mädels aus Kelkheim. Das jüngste Team der Meisterschaft - alle 16 Jahre alt - stellte die acht-beste Frauenstaffel der EM. Die Hessen-Pool-Meisterinnen der AKs 15/16 und 17/18 schafften auf Anhieb Platz 12 in der Pool- und Platz 14 in der Gesamtwertung. Dreimal Platz 6 (Hindernis-, Taplin-, Strandsprint-Staffel trugen ebenso dazu bei wie Platz 4 im Strandsprint (Leonie Stolz) und einige B-Final-Teilnahmen im Pool von Stephanie Bühner, Maja Erbach, Lisa Gahn, Isabell Schimko und Johanna Zander. Trainer Andreas Vogl kann zurecht stolz sein.
Klaus Hermes war im Organisations-Komitee für den Wettkampfbereich zuständig. Um sich selbst ein wenig Bewegung zu verschaffen, teilte sich der ehemalige Weltrekordhalter über 100m Retten mit Flossen am letzten Pool-Tag in der Rödeltruppe ein und schleppte den ganzen Tag über Puppen hin- und her.
Beim "Nippers-Cup" tanzten die Kampfrichter Anita Berndzen (li.) und Heike Meyer spontan den Beach-Flags-Dance.
Als der Moderator die Kids im nach dem Nippers-Cup fragte, ob es eine solche Veranstaltung noch einmal geben solle, antwortete Chef-Kampfrichter Arno Eberle spontan: "Aber sofort. Das hat soviel Spaß gemacht!" Auch die anderen Kampfrichter waren begeistert bei der Sache. Schließlich standen die Nippers - und deren Eltern - den Großen in Sachen Ehrgeiz in nichts nach.
Als sich vor der EM die Beschwerden häuften, dass die zentrale Verpflegung zu teuer sei (täglich zwei Mahlzeiten für 14 Euro), argumentierte die DLRG mit der "Fürsorgepflicht gegenüber den Gästen und Sportlern" sowie "zur Entwicklung eines Gemeinschaftsgefühls über den Wettkampf hinaus und zur organisatorischen Vereinfachung der Verpflegung". "Die Teilnahme an der Gemeinschaftsverpflegung ist günstiger als jede Selbstversorgung". Beim Teammanager-Meeting der Interclubs sagte Dr. Detlev Mohr, Direktor des Organisations-Komitees, hingegen, dass die zentrale Verpflegung auch dazu diene, die Europameisterschaften mitzufinanzieren.
Sämtliche Kampfrichter der EM sind vom Förderer arena neu eingekleidet worden. Ganz in blau - deshalb nannten sich die Karis scherzhaft die Schlümpfe. Und weil Area Referee Arno Eberle seine obligatorische rote Kappe trug, wurde er stets "Papa Schlumpf" gerufen.

Bestens versorgt und bekümmert wurden die Nippers. Neoprenanzüge waren im 18 Grad warmen Wasser selbstverständlich erlaubt. Außerdem stand ein beheiztes Aufwärmzelt mit warmem Tee parat. Am Strand standen Helfer mit warmen Decken parat.
Toll auch der Service für "die Großen": Das Wärmezelt blieb für die Interclubs stehen (wenn auch überflüssig, weil der Sommer zurückkehrte). Kostenlosen Tee und Mineralwasser gab es am Strand, außerdem immer und überall reichlich Haselnuss-Müsliriegel.
Für den Nippers-Cup durften sich die Teammanager im Vorfeld soviel Mühe machen wie sie wollten. Am Wettkampftag war ohnehin alles vergebens. Eingesandte Fotos für die ID-Cards waren nicht vorhanden, sämtliche Meldungen waren hinfällig und wurden 90 Minuten vor dem Start handschriftlich erneut notiert. Die Liste einmal über den Kopierer gezogen - fertig war die Laufliste.
Dass es für die Nippers keine Medaillen gab, ist sehr schade. Gerade die jüngsten Rettungssportler hätten sich darüber sicher noch mehr gefreut als die Erwachsenen.

Norbert Haaser kann es immer noch. Erst räumte der 40-jährige aus der DLRG OG Bermatingen-Markdorf am Bodensee bei den Masters die Medaillen ab und gewann die Gesamtwertung seiner Klasse 40-44. Dann gewann er auch im Wettbewerb der Interclubs eine Bronze-Medaille im 100m Retten mit Boot.
Beim Retten mit Seil der Frauen konnte nicht mal alle Plätze in den Finals gefüllt werden. Von den 33 Teams am Start beendeten nur elf Mannschaften den Wettkampf regelgerecht. Für diesen Wettkampf war weder eine Pflichtzeit notwendig, noch muss man hier schwimmen können. In den Finals kamen nur noch sechs Duos in die Wertung.
Lutz Heimann, Rettungssportler aus Halle-Saalkreis war einmal mehr das Maß aller Dinge. In der DLRG-Nationalmannschaft gewann er dreimal Einzel-Gold und je einmal Silber und Bronze; im Wettbewerb der Interclubs gewann er sechs Einzeldisziplinen. Bei den Nationals wie den Interclubs gewann er jeweils unangefochten die Einzel-Gesamtwertungen. An den zehn Wettkampftagen hat der Hallenser insgesamt 84 Starts gehabt. Wie sagte jemand so treffend: "Die Läufe, die Lutz nicht gewann, waren Frauen-Läufe."
Um den ohnehin engen Zeitplan bei den Interclubs im Pool einhalten zu können, wurden für die Einzeldisziplinen Pflichtzeiten festgesetzt. Kontrolliert wurden diese aber nicht in allen Fällen. Allein beim 50m Retten der Männer blieben neun Starter mehr als fünf Sekunden über der Richtzeit.
  80.000 Zuschauer hatte ILS-Präsident Dr. Klaus Wilkens während der zehn Wettkampftage erwartet. Vermutlich waren es nicht einmal 800. Die drei Tribünen an Travemündes Strand waren die meiste Zeit leer oder nur von den Athleten besetzt. Die Travepromenade war an allen Tagen belebt und bevölkert. Zum Strand kam aber kaum ein Spaziergänger runter, die großen Tribünen versperrten ja auch den Blick auf das Wettkampfgeschehen im Wasser. In die Schwimmhalle verirrte sich erst recht kein Außenstehender, es war ja ohnehin für die Athleten schon ein wenig zu eng.
   
Die DLRG Halle-Saalkreis hatte sich diesmal mit dem Namen des Sponsors im Teamnamen angemeldet: als DLRG Force Field Halle-Saalkreis. Ohne Angabe von Gründen haben die Veranstalter diesen Zusatz aber ignoriert und die Mannschaft lediglich als DLRG Halle-Saalkreis geführt.
   
  Traurig - noch während die Wettkämpfe liefen, wurde am letzten Tag der Meisterschaften das gesamte Branding abgebaut. Beim letzten Finale waren schon alle Flaggen und Banner in Kisten verstaut. Das Pressteam war bereits mittags abgerückt. Seitdem liegt die Internetseite brach.
Mehr als traurig - peinlich und beschämend: Selbst fünf Tage nach Beendigung der Meisterschaften gibt es keine ordentlichen Ergebnisse von den Freigewässer-Disziplinen. Geschweige denn die Gesamtwertung. Teams, die während der Abschlussveranstaltung am Donnerstagabend im Brügmanngarten nicht zufällig der Auswerterin Susanne Geißler über den Weg lief, die Gesamtlisten verteilte, wissen heute noch nicht, welche Platzierung ihr Team gemacht hat.

to be continued

Juergen Wohlgemuth

 

 

Autor: juergen.jgw 0 Kommentare Druckansicht
Letzte Änderung: 24.08.2005, 02:30 Angesehen: 3102 -

 

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